Letztes Heimspiel Handball

Letztes Heimspiel der Plöner „Helden“

marius_eschkoetterPlön(br). Blaue Luftballons fallen in der Plöner Schiffsthalhalle von der Tribüne, der „Fan-Club“ begrüßt stimmungsvoll seine Mannschaft – die Handball-Herren des TSV Plön. Von oben herab hängen Spruchbänder „Tschüss Kreisoberliga“. Zu Gast ist der Suchsdorfer SV, die Mannschaft mit der roten Laterne in der Kreisoberliga, im letzten Spiel gegen den Aufsteiger in die Landesliga. „Let´s rock the floor“, nach dem Kampfschrei, nach dem Anpfiff zeigt das Ullrich-Team guten flüssigen Handball mit sehenswerten Vollendungen im gegnerischen Tor. „Das ist frustrierend“, entfährt es dem Suchsdorfer Keeper Thorsten Lasch, der gegen die vielen Tempogegenstöße der Plöner machtlos ist. Schnell geht es über 13:4 zum 17:8 Pausenstand. Unvermindert geht der Torreigen weiter, sechs Minuten vor Schluss ist die höchste Tordifferenz (18) erreicht. Das Spiel endet 36:20. Es folgen Dankesbekundungen, Lobeshymnen an die treuen Fans, die im Anschluss den Aufstieg ausgiebig feiern. Trainer Tim Ullrich atmet erleichtert auf: „Wir haben viel mitgenommen auf dem Weg zum Aufstieg“ und weiß, dass die kommende Saison ungleich schwerer wird. Darum werde auch das Training verschärft, sein Ziel ist: „In der Landesliga bleiben“. Ein echter Fan-Club wird dabei helfen und die „Helden“ – so der Aufdruck auf den neuen T-Shirts - zu den Spielen begleiten. „Diese Saison hat Spaß gemacht“, gesteht Fan-Club-Gründer Stefan Eckert, „in der kommenden Saison haben wir viel vor“. Ein kurzes Video des Nachmittags ist auf www.youtube.com zu sehen unter dem Suchbegriff Abschluss_H1.

Foto: Marius Eschkötter bei einem seiner elf Treffer, der gleichzeitig das 100ste Saisontor bedeutet.

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Boxring TSV Plön

boxenBoxring TSV Plön Vorbild für andere Sportvereine

Sie haben sich im wahrsten Sinne des Wortes durchgeschlagen und sind in ihrer neuen Heimat angekommen. Rund 350 Jugendliche, deren Wurzeln zumeist in Osteuropa lagen, streiften sich in den vergangenen zehn Jahren bei der Boxsparte des TSV Plön die Handschuhe über. Über den Sport fanden sie einen Platz in ihrer neuen Heimat.

Es werde eine hervorragende Integrationsarbeit geleistet, bescheinigte denn auch der Präsident des Landessportverbandes, Ekkehard Wienholtz, der der TSV-Sparte zu ihrem ersten runden Jubiläum am Mittwoch  im Rathaus persönlich gratulierte. Der TSV Plön bietet zwar bereits seit 45 Jahren Boxen als Wettkampfsportart an, aber erst seit zehn Jahren wird unter dem Motto „Integration durch Sport“ gekämpft, einem öffentlich geförderten Programm des Landes.

Die Kreisstadt sah sich Ende der 90er Jahre dem Problem gegenüber, dass sich nach dem Wegfall des Eisernen Vorhanges Übersiedler aus der früheren Sowjetunion ansiedelten. Vor allem Jugendliche hatten große Probleme, sich in einer Welt mit anderer Sprache, anderer Kultur und anderer Ordnung zurechtzufinden. Boxen baut Brücken, befanden damals Politik und Sportverein, auch wenn man es bei diesem Kampfsport kaum glauben mag. Zumal der Faustkampf in osteuropäischen Ländern so beliebt ist wie hierzulande Fußball. TSV-Spartenleiter Hans Kohrt berichtete, wie diese Form der Integration funktioniert. Der 58-Jährige gilt als Motor, Ideengeber und treibende Kraft des Projekts. Beispielsweise würden rund 35 Fahrten und Ausflüge pro Jahr neben den Trainingsrunden angeboten. Erlebnisse, die die Teilnehmer, die zeitweilig aus bis zu 17 Nationen stammten, fest und freundschaftlich zusammenschweißten.

Außerdem gehören viele Plöner Boxer zu den besten in Norddeutschland. Und Erfolg produziert Anerkennung. Und Anerkennung tut sprachlichen und kulturellen Außenseitern gut. Beispiel: Ein Schüler, über dessen Sieg in der Zeitung vielleicht sogar mit Foto berichtet wird, ist auf einmal wer in der Schule. Hans Kohrt: „Auch wenn er einmal ein schwieriger Schüler war, nach so einem Erfolgserlebnis ist der handzahm in der Schule.“

Im Augenblick treten rund 50 junge Boxer für den TSV Plön an, davon ein Drittel Mädchen. Sie haben ihre Wurzeln in der Ukraine, Türkei, Kosovo, Usbekistan oder Afghanistan. Der jüngste ist neun Jahre alt und stammt aus Russland, der älteste mit 27 Jahren aus Armenien. Das Team ist seit Jahren das erfolgreichste in Schleswig-Holstein. Zu den größten Erfolgen gehörten zwei Deutsche Meister-Titel im Fliegengewicht, die Mike Schneider für Plön erkämpfte. Er stammt aus Russland, trat aber zehn Mal im Trikot der deutschen Nationalmannschaft an.

Das Plöner Modell ist Vorbild für andere Sportvereine: Die fünf Vereinstrainer zeigen Jugendlichen auch in Preetz, Schönberg und Schwentinental, wie man einen richtigen Aufwärtshaken schlägt.

TSV-Vorsitzende Ulf Demmin ist stolz auf seine Sparte, die zwar die kleinste im Verein, aber gemessen an den Titeln die erfolgreichste ist. Und noch ein Nebeneffekt erfreut den früheren Bürgermeister Demmin. Bei „Auslandseinsätzen“ der jungen Boxer erklinge der Name Plön auch auf dem internationalen Parkett und mache Werbung für die Stadt.

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Bronzemedaille im Karate

Bronzemedaille für Leon Stamp Leon Stamp

Leon Stamp (Karate-Abteilung) hat bei den diesjährigen european championships der imaf (international martial arts federation) in der Wettkampfform Semikontakt Kickboxen die Bronzemedaille erkämpft. Damit hat er sich die Fahrkarte zur imaf-WM in Antwerpen gesichert, wo er am 17. Oktober 2009 starten wird. von links: Leon mit dem Europameister
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